Bastian Ingenhaag

Vom Niederrhein in den Schweizer Leistungssport

Der Weg in die Sportphysiotherapie führt oft über verschiedene Stationen – fachlich wie geografisch. Unser Teilnehmer Bastian Ingenhaag hat genau diesen Weg gewählt. Vom Studium in den Niederlanden über erste Erfahrungen im Teamsport bis hin zur Arbeit im Schweizer Leistungsfußball. Im Interview erzählt er, wie sich sein Weg entwickelt hat und welche Rolle Weiterbildung dabei spielt.

spt-education: Lieber Bastian, stell dich doch kurz vor. Wo stehst du aktuell beruflich?

Bastian: Mein Name ist Bastian Ingenhaag, ich komme ursprünglich vom Niederrhein und habe mein Physiotherapie-Studium in den Niederlanden, in Utrecht und Enschede, gemacht. Während des Studiums habe ich ein Auslandspraktikum in der Schweiz absolviert und bin danach direkt dort geblieben. Mittlerweile lebe ich in Bern und arbeite im sportphysiotherapeutischen Bereich, aktuell beim BSC Young Boys, wo ich seit der Saison 2023/24 in der Nachwuchs- und Frauenabteilung tätig bin, inzwischen auch in leitender Funktion.

spt-education: Wie bist du zu deinem Weg in der Sportphysiotherapie gekommen?

Bastian: Sport begleitet mich schon mein ganzes Leben. Während des Studiums konnte ich bereits in verschiedenen Projekten mitarbeiten und erste praktische Erfahrungen sammeln. In der Schweiz habe ich dann mit der Betreuung einer Unihockey-Mannschaft begonnen. Zuerst im Nachwuchsbereich, später auch auf höherem Niveau, unter anderem bei der NLA-Mannschaft des SV Wiler-Ersigen. Mit der Zeit hat sich dann mein Fokus stärker in Richtung Fußball entwickelt, weshalb ich schließlich nach Bern zum BSC Young Boys gewechselt bin.

„Der Weg entwickelt sich oft aus den Möglichkeiten, die sich unterwegs ergeben“

spt-education: Gab es Momente, die dich besonders geprägt haben?

Bastian: Es gibt viele besondere Momente im Alltag als Sportphysiotherapeut. Zwei bleiben mir besonders im Kopf: die Schweizer Meisterschaft im Unihockey 2022/23 und der Meistertitel der YB Frauen in der Saison 2024/25. Gerade letzterer war emotional sehr besonders.

spt-education: Mit welchen Teams oder Projekten hast du bisher gearbeitet?

Bastian: Ein großer Teil meiner Arbeit liegt in der Teambetreuung, vor allem im Unihockey und im Fußball. Darüber hinaus war ich auch in anderen Projekten eingebunden, zum Beispiel beim Roparun mit einem niederländischen Team oder in der Betreuung von Schweizer Fußballschiedsrichtern, unter anderem im Umfeld des Cupfinals zwischen Lugano und Servette Genf.

spt-education: Welche Rolle haben Weiterbildungen auf deinem Weg gespielt?

Bastian: Eine wichtige Rolle. Schon im Studium in den Niederlanden gab es eine Spezialisierungsphase, in der ich mich im Bereich muskuloskelettale Physiotherapie mit Anteilen aus manueller Therapie und Sportphysiotherapie vertieft habe. Das war ein großer Mehrwert für mich. Die Weiterbildung bei spt-education war für mich jetzt eine gute Möglichkeit, dieses Wissen nach einigen Jahren wieder aufzufrischen und weiterzuentwickeln. Besonders das Umfeld in Magglingen und die Gruppe haben das Ganze sehr wertvoll gemacht.

„Weiterbildung hilft, den eigenen Blick immer wieder zu schärfen“

spt-education: Wo siehst du dich in den nächsten Jahren?

Bastian: Aktuell habe ich einige Projekte im Kopf, die ich im Nachwuchsbereich beim BSC Young Boys weiterentwickeln möchte. Zusätzlich starte ich im September einen CAS im Bereich Nachwuchsförderung im Leistungssport. Wohin die Reise genau geht, bleibt offen, aber gerade in Bern entstehen mit geplanten Infrastrukturprojekten spannende Möglichkeiten für die Zukunft.

Bastians Weg zeigt, dass sich eine Karriere im Sport selten von Anfang an klar planen lässt. Vieles entsteht durch Erfahrungen, Kontakte und die Bereitschaft, Chancen zu nutzen. Genau darin liegt oft die Stärke: sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und den eigenen Platz im Leistungssport zu finden.